Master of the Mountain

Austauschschüler weltweit führen schon seit Jahren die Tradition vor der Abreise eine To-Do Liste zu erstellen, gefüllt mit Dingen die man gerne im Ausland erleben möchte.  Ich erstellte so auch meine persönliche, doch die Teilnahme an einer Art Triathlon stand jetzt nicht zwingend darauf.
Mitte August sprach Iven (mein Gastvater) jedoch über den “Master of the Mountain“, ein Adventure Race im Norden New Mexicos an dem er bereits letztes Jahr teilgenommen hatte und dasselbe auch dieses Jahr plante. Nach kurzer Erklärung der Elemente und Teilnahmebedingungen war ich wie aus dem nichts überaschenderweise völlig überzeugt auch teilzunehmen. Das Rennen, keineswegs ein normaler Triathlon und auch sonst in  keiner Weise als typisch einzustufen, besteht aus 6 Meilen laufen (10 km), 3 Meilen paddeln (5 km), 20 Meilen Radfahren (35 km) und einem Hindernisparkour im Gewehrschießen  (typisch amerikanisch … darf natürlich nirgendwo fehlen). Iven und mir blieben knapp ein ganzer Monat den wir nutzen wollten um uns vorzubereiten, letztendlich gingen wir  jedoch aus Zeitmangel nur 2-3 mal joggen und dabei blieb es auch. Ein wenig Pictureunvorbereitet und in nicht zwingend großartiger Verfassung ging es also gen Norden nach Raton (an der Grenze zu Colorado), und trotz allem  konnte nichts unsere positive und optimistische Stimmung trüben.

Als es dann gegen um 5 am nächsten Morgen aus dem Bett ging, war dann doch eine leichte Anspannung bei uns beiden zu spüren. Am See und am Startpunkt angekommen bereiteten wir unser Equipment (Kayaks und Fahrräder) vor, und Punkt um sieben startete das Rennen bei frischen 12 Grad und Sonnenschein. Sowohl Iven als auch ich versuchten uns frühzeitig vorne abzusetzen (im Titelbild zu erkennen), mit mehr oder weniger Erfolg. Die 6 Meilen mit knapp 210 Höhenmetern beendete ich als dritter (aus knapp 100 Teilnehmern) mit einer Zeit von ungefähr 55 Minuten, während Iven deutlich weiter hinten lag. Anschließend ging es direkt über ins Kayak, wo ich für die 3 Meilen knapp 40 Minuten brauchte und deutlich an Platzierung verlor (hauptsächlich dem Kayak geschuldet, war nur ausgeliehen während andere High-End Kayaks für 600 Dollar und mehr besaßen). Mittlerweile doch leicht erschöpft ging es dann aufs Fahrrad, 20 Meilen hoch und runter bei nun warmen Temperaturen und knallender Sonne standen vor mir. Alles lief soweit ganz gut, ich fiel natürlich noch einige weitere Plätze nach hinten, bevor ich knapp 2 Meilen vor dem Ziel einen Platten bekam. Ich hatte keine Chance irgendetwas zu machen und dachte schon ich müsste ins Ziel laufen bis wie aus dem nichts 2 Amerikaner (waren eigtl Helfer eines anderen Teilnehmers) in ihrem Truck kamen und mir Equipment gaben um meinen Reifen zu fixen. Da zeigt sich doch auch einmal wie freundlich und hilfsbereit viele Amerikaner sind und sein können. Endlich im Ziel nach knapp anderthalb Stunden auf dem Rad angekommen fehlte nur noch das Schießen, hierbei ging es darum möglichst viele Tontauben etc. mit Genauigkeit und in einer guten Zeit zu treffen. Da ich erst das zweite Mal eine 12 Kaliber Schusswaffe in der Hand hatte war der Erfolg natürlich dementsprechend minimal. Nichtsdestotrotz hatte ich das Rennen nun überstanden, mit einer besseren Zeit als Iven! 🙂 Mein guter Start zahlte sich zum Ende nicht aus, ich landete irgendwo im Mittelfeld aller Teilnehmer jedoch war ich auch glücklich das Rennen beendet zu haben und natürlich ebenso stolz. Diese Erfahrung war es definitiv wert!

 

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