Meine erste Woche

2 Monate nach meiner Ankunft schaffe ich es dann endlich mal etwas über meine erste Woche zu schreiben … so viel zum Thema ich werde regelmäßig etwas posten 😀 .
Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen das ich bisher wirklich kaum Zeit gefunden habe, unter der Woche jeden Tag Basketball Training und die Wochenenden vollgepackt mit Aktivitäten und Ausflügen haben einfach keinen Raum gelassen.

Nun aber zum eigentlichen Thema: meiner ersten Woche in der Gastfamilie und in der Schule.
Nach meiner Ankunft am Dienstag bestand der Mittwoch hauptsächlich aus Koffer auspacken und das Haus und unsere Umgebung kennenzulernen. Am Abend ging es dann direkt zu meinem ersten Baseball-Spiel, die Albuqerque Isotopes spielten gegen Las Vegas (eine Stadt in New Mexico die sehr häufig erwähnt wird und ich bin jedes mal verwirrt wenn ich mitbekomme das es nicht um die Metropole in Nevada geht). Baseball als Sport live anzuschauen ist relativ langweilig weil auf dem Feld nicht allzu viel passiert, aber es selbst zu spielen ist eine ganz andere Sache und macht wirklich Spaß! Während des Spiels lernten wir dann auch Victorias Freundin Laura und ihre Schweizer Austauschschülerin Steffi kennen und konnten uns über bisherige Erfahrungen austauschen.ba1 ba2

Am Donnerstag ging es dann frühzeitig in die Schule um meine Fächer auszuwählen und meinen Stundenplan festzulegen. Mein Conselour ist eine sehr nette alte Dame die aber nix auf die Reihe bekommt … naja egal nach längerem hin und her und einigen Wechseln in den ersten Wochen steht mein Stundenplan. Ich bin ein Junior (11. Klasse), jedoch darf ich an allen Senior Event wie Prom und er Graduation teilnehmen. Mein Stundenplan besteht aus:

  1. AP Calculus
    (höchstes Mathe Niveau, wenn man die Klasse und eine Test besteht bekommt man sogar College/Uni Credit dafür)
  2. AP English
    (meine langweiligste Klasse, jedes Mal mindestens einen Essay schreiben und jeden Tag ein Zitat interpretieren)
  3. Computer Apps
    (Informatik auf einem relativ einfachem Niveau)
  4. Photography II
    (eine meiner Lieblingsklassen, wir schießen unsere Bilder mit den originellen Kameras und müssen dann den Film entwickeln um ihn dann in der Dunkelkammer selbst auf Fotopapier zu drucken => sehr interessant)
  5. Sports Medicine
    (eines meiner weiteren Lieblingsfächer, theoretisch gesehen Anatomie kombiniert und angewandt auf alle möglichen Sportarten und Verletzungen)
  6. US History
    (Amis sind ja bekanntlich sehr patriotisch, deswegen gibt es US History und World History … )
  7. Basketball
    (Sportarten als Schulfach in denen man bewertet wird … was will man mehr (hätte auch Soccer, Baseball oder Football wählen können)

Mit meinem Stundenplan bin ich eigentlich echt zufrieden, alle Fächer sind relativ interessant und unterhaltsam. Wenig später traf ich auf einen der Coaches und verabredete mich mit dem Football Coach am Abend. Ohne jegliche Vorbereitung ging ich also am Abend in die Turnhalle mit der Erwartung, den Footballcoach zu treffen und mit ihm über meinen Eintritt in das Football Team zu reden. Jedoch traf ich wider erwarten auf den Basketball Coach und das Basketball Team die gerade trainierten, und sofort wurde ich allen vorgestellt. Auf einmal meinte der Trainer dann das ich mein Basketball Zeug holen und mittrainieren sollte, sodass mich zwei Teammates schnell nach Hause fuhren und ich in meinen ganz normalen Sportschuhen das erste mal trainierte. Meine Basketballschuhe hatte ich ja in Deutschland gelassen, in der Vorstellung dass die Basketball Saison im Winter startet und ich Zeit hätte mir hier Schuhe zu kaufen … naja falsch gedacht. Das Team trainiert ab dem Sommer schon zwei Mal die Woche obwohl die Saison erst im November startet, und so überstand auch ich meine erste Trainigseinheit und lernte schon vor dem Schulstart einige Freunde kennen.Mein igentlicher Plan Football zu spielen löste sich damit also auf, erst recht nachdem mir jeder Basketball Spieler, alle aussehend wie geborene Football Spieler, davon abrieten, da unsere Schule einfach richtig schlecht ist und man sich nur verletzen würde. Erschöpft aber zufrieden ging es dann nach Hause, ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie es ist die erste Woche auf knapp 1500 Metern Höhe zu trainieren … ein Sprint und du bist praktisch tot.

Freitag war dann der letzte Ferientag, und da mein Gastvati auch einen freien Tag hatte schnappten wir uns die Fahrräder und erkundeten Albuqerque und den Rio Grande ein wenig.

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Am Samstag & Sonntag fuhren wir dann in den Osten von New Mexico nach Santa Rosa, bekannt fü seine Seen und Wassersportaktivitäten. Alle hatten eine Menge Spaß, zuerst ging es auf einen großen Hindernisparkour auf dem Wasser und im Anschluss Klippenspringen im “Blue Hole”.

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Montag war dann mein erster Schultag … um 7:25 beginnt die Schule und wir laufen jeden Tag ca. 1 mile (20 Minuten) um zur Schule zu kommen. Meiner Meinung nach war es gar nicht so schlimm wie viele immer von ihrem ersten Schultag behaupten, ich kannte halt glücklicherweise schon ein paar Leute durch das Basketball Team. Natürlich hatte ich Probleme all meine Klassen zu finden (das Schulgelände ist gefühlt einfach mal so groß wie ein Uni-Campus!), aber freundliche Schüler die meine verwirrten Blicke sahen halfen mir aus. Das große Drama darum zu wem man sich beim Lunch setzt löste sich auch sehr schnell, da ich sowohl mit Nick (meinem italienischen Gastbruder), dem Basketball Team und theoretisch auch jedem anderen der wusste das ich ein Austauschschüler bin, sitzen konnte. Der Tag verging wie im Flug und schon ging es gegen 14:25 wieder nach Hause, im Kopf gefühlte 200 Namen von Mitschülern die man sich versucht zu merken.

Am Dienstag ging es dann ähnlich weiter, so langsam wusste jeder wer du bist und alle grüßen dich auf dem Schulhof mit “Hey Tim, how’s it going?” und geben dir eine High Five und du fragst dich nur woher du die Person kennst und ob du den Namen schonmal gehört hast, nur um dann mit “Good and you?” zu antworten. Am Abend hatte ich dann mein zweites Basketball Training, und mir wurde wirklich klar das Sport hier etwas ganz anderes ist. Egal wie gut oder schlecht du bist, ob du Freshmen oder Senior bist, ob du groß oder klein oder dick oder dünn bist, alle hier klatschen ständig für einander, feuern sich gegenseitig an egal was passiert, es ist einfach ein unglaublicher Team Spirit. Das Team ist praktisch wie eine Familie, und genau das wollen die Coaches auch. Ich trainierte immer noch in meinen normalen Sportschuhen, und auf einmal kam einer der Trainer zu mir und fragte mich was ich für eine Schuhgröße hab. Verwirrt antworte ich und er meint perfekt, hier ich schenke dir meine Schuhe das du dich nicht verletzt. Einfach so! Ich hab einmal mit dem Team trainiert und er schenkt mir seine Schuhe?!? Und nicht irgendwelche alten, nein, seine nagelneuen 150 Dollar Nikes! Ich liebe dieses Team und den Spirit einfach nur … sorry an Thomas und den BBC aber da sind wir in Deutschland noch Lichtjahre von entfernt :).

 

Das war es auch schon über meine erste Woche, ich hoffe diese Woche werde ich noch weitere Posts hochladen können und so langsam alles aufs laufende bringen. Bis demnächst …

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